Masuren - Mein Ort. Nirgends.  

Bericht meiner Reise in eine Provinz vergessenen Erinnerns.

  
Masuren, das Land der blauen Seen und tiefen Wälder, das Land der unberührten Natur und jener Sehnsuchtsort vieler Deutscher, die mit der Katastrophe der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert ihre Herkunft und Heimat verloren.

 Masuren ist der südliche Teil des ehemaligen Ostpreußens, heute Teil Polens. Die Geschichte Ostpreußens, wie Deutsche sie kennen, endete am 8. Mai 1945. Sie währte 700 Jahre und droht heute für die, die das Land niemals erlebten, es niemals sahen, noch nie dort gelebt haben, hinter dem historischen Vorhang des Vergessens zu verschwinden - für immer aufzuhören und auf alle Zeiten verborgen zu bleiben.

Alles, was ethnisch dort war, gleichgültig ob ostpreußisch oder deutsch, ob polnisch, jüdisch oder kaschubisch, oder sogar noch aus prusischen Zeiten überliefert war, all das scheint vorbei zu sein.

Und das betrifft umso mehr alle diejenigen, die dort weder geboren wurden noch aufwuchsen, die nur aus den Erzählungen der eigenen Eltern oder Großeltern erfuhren, dass es dort eine Familiengeschichte gab, dass es irgendetwas davon dort noch geben könnte: und seien es auch nur verlorene Steine, von denen keiner mehr auf dem anderen blieb, deren Zeugnis aber auch mit den Erinnerungen dieser Generationen verloren zu gehen drohen.

Mit meinem Reise- und Erlebnisbericht »Masuren - Mein Ort. Nirgends.« möchte ich eine Lücke zwischen sentimentaler Erinnerungskultur und sachlich-faktischer Vergessens-literatur schließen, als einer, der dort nicht geboren wurde, der dort nie gelebt hat, aber der mit dessen eigener Biografie es irgendetwas, noch zu Unbestimmtes zu tun hat.

Das Reise- und Erlebnisbuch »Masuren« wird so zur Entdeckungsreise seiner selbst anhand einer der wunderschönsten Regionen Europas, die Suche nach einem Stück familiärer Geografie, eines geografischen Stücks eigenen Lebens und Erlebens, das sich über viele Jahrzehnte mit keiner Erinnerungslinie verbinden kann.

Ca. 220 Seiten mit vielen Abbildungen im Text und einem zehnseitigen Farbbilderteil.
ISBN 978-3-940756-37-4. Wiesenburg Verlag. Januar 2010. € 19,80.


Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Zur Buchmesse in Leipzig. 12. bis 15. März 2009.




Meine Lesung auf der Buchmesse in Leipzig, Sonntag 15. März 2009, 16:00 Uhr:

Am Sonntag, 15. März 2009, fand um 16 Uhr meine erste Lesung aus meinem neuen Buch »Masuren - Mein Ort. Nirgends.« statt. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit meinem Vater, meiner Familie und dem Nationalsozialismus auf dem Hintergrund der Frage nach der Verantwortung des mittleren und gehobenen Bildungsbürgertums für diesen schauer-lichen Teil der deutschen und europäischen Geschichte.

Das Buch wird auf seinen ersten Seiten in einem so genannten Prolog in sehr emotionaler und durchaus provozierender, aber damit auch in sehr verdeutlichender Art und Weise die Gefühle und Fragen benennen, die sich mit diesem Kapitel der eigenen Familie und der deutschen Geschichte für einen Menschen verbinden, der als Nachgeborener hilflos vor Tatsachen steht, die ihn betroffen machen müssen, für die er aber weder Schuld noch direkte Verantwortung trägt. Es ist allenfalls die Verantwortung der Herkunft, der er sich zu stellen vermag und die ihn zwingt, an die Väter und Großväter, die Mütter und Großmütter ganz bestimmte, schmerzliche Fragen zu stellen: zu den Gründen von deutschem Totalitarismus, zu Krieg, Vertreibung und Verlust der Heimat.

Diese an diesem Tag von mir erstmals in der Öffentlichkeit gelesenen Seiten zusammen mit anderen weiteren z.B. von einer Kajakfahrt über die Kruttina mit wunderschönen Naturbeschreibugnen oder meinem Gang durch die Wolfsschanze mit einer Auseinander-setzung über Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Hinblick auf den Stefan George-Kreis, den großen lyrischen Meister, und jenen Obergefreiten der 1. Infanterie-Division, meinen Vater, führte zu einer toxischen Mischung, die einige Zuhörer dazu veranlasste aufzustehen und zu gehen, viele andere aber, in höchster Erwartung auf das Weitere gespannt ergriffen zuzuhören.

Am Ende der Lesung, die nur eine halbe Stunde dauerte, spürte ich, dass die noch Anwesenden am liebsten noch mehr gehört hätten. Aber dafür war leider keine Zeit. Doch eine ältere Dame, gebürtig aus Allenstein, kam auf mich anschließend zu und gratulierte mir zu diesem ergreifenden Text.